Gemeinschaftlich Wohnen im Alter im Zollhaus

Gemeinschaftlich Wohnen im Alter

Soziale Kontakte sind für viele Menschen im Alter von grosser Bedeutung. Das Zollhaus bietet mit der zentralen Lage, den Gemeinschaftsräumen, der sozial durchmischten Mieterschaft und der Belebung durch Kultur, Verkauf, Gastronomie und Dienstleistung zahlreiche Angebote für den Austausch. Es eignet sich gut für kollektives Zusammenleben in der dritten Lebensphase. Die Genossenschaft privilegierte im Vermietungsprozess Wohngemeinschaften von Menschen ü60, indem sie die Gruppenbildung im Vorfeld der Ausschreibung, soweit erwünscht, moderiert und begleitet.

So sind 3 Wohngemeinschaften Ü60 entstanden, die ins Zollhaus einziehen werden. Zwei 3 Personen-WGs im Haus Zollstrasse 117 im 4. und 5. OG und eine 7 Personen-WG im Haus Zollstrasse 115 im 5. OG. Hier erzählen die Gruppen, wie sie sich gefunden haben:

Um die formulierten Durchmischungskriterien zu erreichen, werden im Erstvermietungsprozess Zollhaus noch weitere Wohnungen an Menschen ü60 vergeben. Die Zu- und Absagen zu den Bewerbungen erfolgen im Oktober.

Aktuell

Nächstes öffentliches Plenum «Gemeinschaftlich Wohnen im Alter» – Berichte der Exkursionen
Dienstag 12. November 2019 um 19:00 Uhr, Flex 1 Wohn- und Gewerbebau Kalkbreite

Mit der Idee, von anderen lernen zu können, gehen Vertreter*innen der AG «Wohnen im Alter» im September und Oktober auf Exkursion. Dabei erforschen sie, wie zeitgemässer Wohnraum für Menschen ü60 baulich konzipiert und sozial organisiert wird. Sie besuchen folgende Wohnprojekte und Institutionen:

  • Die Genossenschaft zusammen-h-alt für «Tätig sein und Wohnen in der zweiten Lebenshälfte» in Winterthur erstellt Wohnraum (1- und 2-Zi-Wohnungen) für Menschen ab 45. Das Gebäude verfügt zudem über Gemeinschafts- und Gewerberäume. Ziel des Projekts ist es zur Entwicklung einer neuen, selbstbestimmten Alterskultur beizutragen, in welcher Lebenserfahrung und Offenheit, Eigenverantwortung und Gemeinschaftssinn das Zusammenleben prägen. Wir besuchen das Projekt zusammen mit Vertreter*innen aus dem Verein AltersKollektiv Zürich, der sich formiert, um ein Wohnprojekt für gemeinschaftliches Wohnen im Alter zu initiieren. https://zusammenhalt.ch/
  • Solinsieme ist eine selbstverwaltete Klein-Genossenschaft in St. Gallen für Einzelpersonen und Paare, welche die Familienphase hinter sich haben. Durch die Umnutzung von alten Fabrikräumlichkeiten sind siebzehn loftartige Wohnungen von unterschiedlicher Grösse und Charakter entstanden. Dazu kommen grosszügige Gemeinschaftsräume, die den sozialen Charakter der Wohnfabrik unterstreichen. https://www.solinsieme.com/
  • Hausgemeinschaft 50+ Kanzlei in Winterthur Seen. Die 16 Wohneinheiten (mit Kleinküchen) von 38-66m2 wurden konzipiert als Altersgemeinschaft mit grosszügigen Gemeinschaftsküchen und gemeinschaftlichen Aufenthaltsflächen. Interessant könnte sein zu fragen, wie intensiv Gemeinschaft gelebt wird, wenn die Ausstattung der Privatfläche einen vollständigen Rückzug erlaubt. https://www.gesewo.ch/kanzlei-seen.html
  • Almacasa, die privat geführte Pflegewohngruppe, hat sich an der Schweighofstrasse in die neue Siedlung der Familienheim-Genossenschaft (fgz) eingemietet. Wie unterscheidet sich diese Pflegeinstitution durch die Nähe zum städtischen Aussenraum mit einem breiten Dienstleistungsangebot und der altersdurchmischten Genossenschaft von anderen Pflegeeinrichtungen? https://almacasa.ch/zuerich-friesenberg/
  • Mehrgenerationen-Clusterwohnung Heizenholz. Ein Mitglied unserer AG Wohnen im Alter hat in dieser Clusterwohnung der Genossenschaft Kraftwerk1 gewohnt und ermöglicht einen Besuch.
  • AG Wohnen und Alter Siedlung Hardturm. Bewohner*innen ü60 der Genossenschaft Kraftwerk1 treffen sich regelmässig, um über ihre alterspezifischen Interessen und Bedürfnisse zu sprechen. Wir erfahren welche Themen und Inhalte an diesen Treffen verhandelt werden und wie eng die Banden zwischen den Ü60er*innen in der Siedlung sind. Gibt es Erkenntnisse zum langfristigen Mehrgenerationenkit?

Öffentliche «Exkursion» für alle Interessierten: Wohnen mit Hilfe. Pro Senectute koordiniert die etwas andere Wohngemeinschaft zwischen älteren Menschen und Studierenden, welche statt Miete zu bezahlen, pro m2 Wohnfläche monatlich eine Stunde Arbeit leisten in Garten und Haushalt (keine Betreuung oder Pflege). Aus Persönlichkeitsschutz kann leider keine dieser WGs besucht werden. Frau Andrea Ziegler, die Koordinatorin des Programms «Wohnen mit Hilfe» erläutert uns die Chancen und Hürden des geteilten Alltags im eigenen Zuhause mit jungen Menschen. Donnerstag 31.10. um 18:00 Uhr  Flex 3, Wohn- und Gewerbebau Kalkbreite. Link zum Projekt

Am Plenum vom 12.11.2019 berichten die Teams rund 10 bis 15 Min. zu folgenden Fragen

  • Wen / was / wo haben sie besucht?
  • Was ist speziell an der Wohn- und Lebensform / am Dienstleistungsangebot?
  • An welche Alters- / Zielgruppe(n) wendet sich das Projekt?
  • Was kann aus dem Besuch für das Zusammenleben im Zollhaus gelernt werden (positive / negative Faktoren)?
  • Welches sind die Lehren für ein nächstes/anderes Bauprojekt?

Für Fragen und Anregungen zum Projekt steht euch Nina Schneider, nina.schneider@kalkbreite.net, gerne zur Verfügung.

Projektbeitrag Age-Stiftung

Die Genossenschaft Kalkbreite freut sich sehr, dass die Age-Stiftung einen Förderbeitrag für das Projekt «Gemeinschaftlich Wohnen im Alter» im Zollhaus bewilligt hat. In ihrer Begründung würdigt sie die Projektentwicklung in Zusammenarbeit mit den Interessierten ü60: «Die Genossenschaft Kalkbreite hat bereits gezeigt, wie neue Wohnformen entwickelt, umgesetzt und in moderne Siedlungen integriert werden können. Im Projekt Zollhaus investiert sie aus Überzeugung explizit in die Entwicklung gemeinschaftlicher Wohnformen fürs Alter. Dabei sind sich die Verantwortlichen im Klaren über die betrieblichen Herausforderungen, die damit einhergehen. Im Zollhaus verbinden sich Erfahrung und Pioniergeist. Das sind gute Voraussetzungen für die Schaffung von neuen Wohnformen.»

Die bewilligten CHF 260’000 werden gut zur Hälfte für bauliche Massnahmen und Infrastrukturanpassungen eingesetzt und zur anderen Hälfte für die Projektentwicklung, -begleitung und -umsetzung sowie für die geforderte Dokumentation und Evaluation.

Weitere Informationen zur Age-Stiftung finden Sie hier.

Bilder aus der ersten Informationsveranstaltung