Modell_Hallenwohnen_Zollhaus

Hallenwohnen

Wir freuen uns, euch die zukünftigen Hallenbewohner*innen des Zollhaus vorstellen zu dürfen:

Hallenwohn-Projekt Nr. 1 „HallO“

Unsere Gemeinschaft besteht aus vier Ausgewachsenen, einer Jugendlichen, zwei Kinder und einem Baby. Die Grossen möchten neue Synergien und eine gesteigerte Lebensqualität erzeugen und sind überzeugt, dass das gemeinschaftliche Leben in gemeinsam erarbeiteten räumlichen Strukturen, für die Familie, die Paarbeziehung sowie für die Kinder Mehrwerte schafft. Die Jüngeren freuen sich auf das neue Haus und grosse Zimmer.
Der Selbstausbau ist für unsere Wohnidee nicht nur eine Chance sondern unverzichtbar. Massgeschneiderte Lösungen für räumliche Bedürfnisse zu finden, die mit unserer Gemeinschaft mitwachsen und anpassbar bleiben, sind zentral. Das Teilen von wertvollen Ressourcen, wie Energie und Zeit, sehen wir ökonomisch wie ökologisch als sinnvoll und sind überzeugt, dass solche Lebensformen zukunftsweisend sind.
Wir freuen uns auf ein durchmischtes und aktives Zusammenleben in der ganzen Siedlung!

Hallenwohn-Projekt Nr. 2 „zurwollke“ – Wohnen und Wirken im genossenschaftlichen Eigenbau

Wir sind die Gruppe “zurwollke – HallenWohnKultur” und freuen uns darauf, im Zollhaus das Hallenwohnen auszuprobieren. Die “HallenWohnKultur”, wie es unserer zurwollke-Gruppe im Zollhaus vorschwebt, ist eine Weiterentwicklung der von uns hauptsächlich auf dem Labitzke-Areal erprobten Lebensweise. Hallenwohnen, legalisiert und in einem Neubau realisiert, ist wohl schweizweit eine Novität!

Wir nennen uns “zurwollke” – und unser Name ist Programm. Nachdem wir bei der Erstausschreibung offenbar zu weit nach den Sternen gegriffen haben (SRF-DOK und Hochparterre berichteten), freut es uns umso mehr, dass der holprige Weg (stairway to Heaven?) uns über eine erneute Bewerbung im Rahmen der Zweitaus- schreibung zwar nicht bis in den Himmel, aber immerhin in Sichtweite des Kosmos (“Kosmos” der Europa-Alle, notabene) doch noch an die Zollstrasse in eine Grosshalle geführt hat!

Wir wollen zeigen, dass die Lebensform des Hallenwohnens im Eigenbau auch in einem teuren Neubau sinnvoll ist – und wie wunderbar es funktioniert! Wir streben eine dichte und durchmischte Raumnutzung an: Bis zu 24 Personen -Erwachsene und Kinder- sieht unser Nutzungskonzept vor. Neben Wohnen in selbstgebauten Zimmern wird es auch Ateliers und sogenannte Infrastruktur-Plätze geben (Nutzung der gemeinsamen Infrastruktur ohne persönliche Einbaute). Dabei versuchen wir, unsere persönlichen Bedürfnisse räumlich intelligent auf das Minimum zu reduzieren (Suffizienz), zugunsten eines möglichst grossen, kollektiven Raumes (Synergie). Der Austausch innerhalb der Halle, aber auch innerhalb des Zollhauses sowie auch mit dem Quartier ist uns wichtig.
In dem Sinn freuen wir uns auf ein vielfältiges und engagiertes Wohnen und Wirken im genossenschaftlichen Eigenbau und darüber hinaus. Die Vorfreude ist gross!

Verein zurwollke | zurwollke@immerda.ch | c/o Atelier Anorg | Zweierstrasse 35 | 8004 Zürich

Hallenwohn-Projekt Nr. 3 «Patchwork-Family» folgt…

Zollhaus Modell Esperanto Querschnitt

Bild: Die Hallen liegen auf der Ebene des Innenhofs, der sich über das Forum spannt.

Neujustierung Hallenwohnen im Sommer 2018

Im Sommer 2018 wurde das Konzept Hallenwohnen im Zollhaus überarbeitet. Statt der ursprünglich geplanten zwei grossen Hallen entstehen neu acht unterschiedlich grosse, 1,5 geschossige «Hallen», die abgesehen von haustechnischen Installationen, durch die Mieter*innen weitgehend selber nach den eigenen Bedürfnissen ausgebaut werden können.

Download Plan Neukonzeption Hallenwohnen (inkl. Preise und m2)

  • Statt bisher zwei XL-Hallen, plant die Genossenschaft neu acht Hallen unterschiedlicher Grösse: 2 x L, 2 x M, 4 x S.
  • Das Prinzip des Selbstausbaus bleibt unangetastet.
  • Der bewilligungspflichtige Teil des Ausbaus wird durch die Genossenschaft realisiert, d.h. die Hallen verfügen über Nasszellen und Küchen. Zudem ist die maximale Zahl und Grösse abtrennbarer Zimmer und Zwischenwände definiert.
  • Die Hallen werden einzeln oder im Verbund vermietet, d.h. Mieter*innengruppen unterschiedlicher Grösse können sich für einzelne oder mehrere Wohnungseinheiten bewerben und diese zusammenlegen, falls sie das wünschen.
  • Die Mietenden können ohne Verpflichtung, selber ein Baugesuch einzureichen, ihre Wohnungen fertig ausbauen.
  • Ein bescheidener Selbstausbau kann deshalb auch von weniger finanzkräftigen Mieter*innen mit kleinem, bautechnischem Wissen realisiert werden.

Gründe für die Neujustierung

In der Evaluation des Prozesses ein Jahr nach Ausschreibung der Hallenwohnungen hat sich gezeigt, dass der Vermietungsprozess wie ursprünglich geplant nicht durchführbar ist und die Bewerber*innen in den folgenden Belangen vor eine zu hohe Komplexität gestellt wurden:

  • Organisation einer Grossgruppe von 13-20 Personen als verbindliche Struktur zwei Jahre vor Bezug: Erstellung der nötigen Reglemente, Statuten, Abmachungen bezüglich vergütetem/ehrenamtlichen Engagement Mittelbeschaffung.
  • Realisierung der angestrebten Belegungsdichte: Die These, dass die Überhöhe der Hallen erlaubt, die Belegung gegenüber den Normwohnungen um den Faktor 1,5 zu verdichten, scheitert am Anspruch der Bewerber*innen, schallgetrennte Einzelzimmer zu bauen.
  • Eine selbständige Planung und Eingabe einer Baubewilligung unter Einhaltung der Lärm- und Brandschutzvorschriften sowie die Minergie-P-Eco Bauweise mit kontrollierter Lüftung, ECO-Nachweisen etc., stellen Anforderungen an den Selbstausbau, welche die fachlichen Kapazitäten der meisten Bewerbenden übersteigen.
  • Die Vorfinanzierung Eigenausbau ist schwierig, da keine der Gruppen über genügend Eigenkapital verfügt.
Karikatur Tagesanzeiger Hallenwohnen

Karikatur und Artikel auf der Frontseite des Tages Anzeigers nach dem Kick-off Workshop vom 1. Juli 2017.