Die CryptoQueen
Im Zentrum von Christoph Faulhabers digitalem Ausstellungsprojekts steht Ruja Ignatova, bekannt als die «Cryptoqueen». Mit der Kryptowährung OneCoin wurde ein milliardenschwerer Betrug betrieben und Ruja Ignatova international gesucht. Faulhaber greift diesen Fall auf, um die Versprechen, Fantasien und Abgründe der Kryptowelt künstlerisch zu untersuchen. Dafür rekonstruierte er im virtuellen Raum das Londoner Luxus-Penthouse, das Ruja Ignatova 2016 gekauft hatte. Besucher*innen können die Wohnung als digitale Figuren, sogenannte Avatare, erkunden. Die virtuelle Umgebung enthält reale Bezüge zum Fall ebenso wie bewusst irritierende künstlerische Elemente. Ein Chatbot ermöglicht zudem eine fiktive Begegnung mit Ruja Ignatova.
Kunst kann Widersprüche sichtbar machen
Faulhaber stellt mit seiner Arbeit die Frage, ob digitale Objekte allein durch technische Zertifizierung und Handel zu wertvoller Kunst werden können: Wie entstehen finanzielle und künstlerische Werte? Was geschieht, wenn Kunst, Spekulation und Kryptowährungen ineinander übergehen? Kann Kunst die Mechanismen und Verheissungen eines spekulativen Marktes sichtbar machen, indem sie dessen eigene Mittel verwendet? Die virtuelle Galerie «CryptoGallery #ONE» ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Krypto- und NFT-Boom. Faulhaber bedient sich hier einer Technologie und legt gleichzeitig deren Widersprüche offen.
