10.09.2019Take Away – aber bitte ohne Müll

Die Gruppe «leicht leben» trägt zur ständigen Verbesserung der Ökobilanz der Wohn- und Gewerbesiedlung Kalkbreite bei. Diese Woche starten sie ein Pilotprojekt zur Abfallreduktion im Innenhof – mit Sensibilisierungskampagnen und einem lokalen Mehrweggeschirrsystem.

Auch diesen Sommer hat der Innenhof der Kalkbreite wieder für viele Leute aus dem Quartier eine kleine Oase dargestellt – wo man sich sonnen, spielen, Kaffee trinken oder gemeinsam zu Mittag essen kann. Insbesondere zur Mittagszeit füllt sich der Hof bei schönem Wetter mit Gruppen und Einzelpersonen, die hier ihre Mittagspause verbringen und mitgebrachte Speisen und Getränke geniessen. Ein soziales Miteinander, ein Begegnungsort, ein Wohnzimmer für das Quartier – genau das will die Kalkbreite sein! Problematisch sind bloss die grossen Abfallmengen, die Pizzakartons, Einweg-Behälter, Pet-Flaschen und Kaffeebecher, die unsere Mittagsgäste täglich im Hof hinterlassen.

400 Liter Abfall pro Tag

Die Kalkbreite ist ein zertifiziertes 2000-Watt-Areal und bekennt sich zu einem nachhaltigen Umgang mit ökologischen Ressourcen. Die Reduktion von unnötigem Abfall ist in dieser Hinsicht unerlässlich und der Abfall, der hier tagtäglich im Müll der Genossenschaft landet, drückt die genossenschaftliche Ökobilanz erheblich. An Spitzentagen übersteigt das komprimierte Abfallvolumen im Hof oft 400 Liter und mehr! Diese Zahlen belasten nicht nur die Ökobilanz der Genossenschaft, sondern auch das ökologische Gewissen einiger Bewohner*innen der Kalkbreite. Deshalb hat sich die Gruppe «leicht leben» der Thematik angenommen und ein entsprechendes Projekt ins Leben gerufen.

Gruppe «leicht leben»

Die Gruppe «leicht leben» ist eine Gruppe von Kalkbreite Bewohner*innen, die ihm Rahmen des partizipativen Prozesses die soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit des Betriebs sicherstellen. In regelmässigen Sitzungen besprechen sie Ansätze und Ideen, wie der individuelle und betriebliche Ressourcenverbrauch laufend optimiert werden kann – dafür vernetzen sie sich mit internen und externen Akteur*innen und Fachleuten.

Mehrweggeschirr statt Plastikabfall

Gemeinsam mit der Firma ReCircle hat die Gruppe «leicht leben» nun ein Konzept erarbeitet, das die Abfallmengen von Einweggeschirr im Innenhof erheblich reduzieren soll. Hierfür wollen sie ein Mehrweggeschirr-System etablieren, das rund zwanzig Take-Away-Anbieter in der näheren Umgebung der Kalkbreite berücksichtigt. Die Idee besteht darin, dass die Mittagskonsument*innen ihr Mehrweggeschirr zusammen mit dem Essen für ein Depot von 10 CHF beziehen und im Anschluss bei allen beteiligten Take-Away-Anbietern zurückbringen oder wieder auffüllen können. Entsprechende Informationskampagnen sollen die Konsument*innen und Hofbesucher*innen über die Abfallproblematik aufklären und ihnen das Mehrweggeschirr-System näherbringen. «Das Mehrweggeschirr-Projekt starten wir in der Woche 37. In einer ersten Welle wollen wir die umliegenden Take-Aways ins Boot holen, dann werden wir mit Plakaten und direkter Anrede die Gäste im Hof darüber informieren, wie einfach die mit Mehrweggeschirr Plastikmüll vermeiden können», sagt Fred Frohofer, langjähriger Bewohner der Kalkbreite und Mitglied der Gruppe «leicht leben».

Ein entsprechendes Konzept wurde von der Gruppe «leicht leben» im Namen der Genossenschaft bei der Dienstabteilung für Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich eingereicht und erhält deren finanzielle Unterstützung. Das Projekt soll als Pilotprojekt fungieren und zu einem späteren Zeitpunkt im gesamten öffentlichen Raum der Stadt Zürich Anwendung finden.

Text: Aline Diggelmann