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Temporärer Garten Kalkbreite

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Geschichte

Restaurant Rosengarten, Zürich 1929

Städtebauliche Bedeutung 

Die Liegenschaft «Rosengarten» befindet sich in verkehrsgünstiger Situation an der Kreuzung von Kalkbreitestrasse und Badenerstrasse. 1893 wurden die damals zu Wiedikon gehörigen Bauten in die Stadt Zürich eingemeindet. 

Nach dem 1970 erfolgten Abbruch der unmittelbar angrenzenden Häuserzeile an der Badenerstrasse aus den Jahren 1837 bis 1853 (Badenerstrasse Nr. 165, 167, 169), ist der «Rosengarten» heute der  früheste noch stehende historische Bauzeuge für die Urbanisierung entlang der alten Zürcher Ausfallsachse Richtung Altstetten-Schlieren-Baden, die sich seit dem frühen 19. Jahrhundert an den Rändern der ehemaligen Landgemeinden Wiedikon und Aussersihl vollzog. 

Der «Rosengarten» bildete zusammen mit dem 2007 abgebrochenen Nebengebäude, dem «Handwerkerhaus», eine aus zwei miteinander verwachsenen Häusern bestehende Baugruppe. 

Siedlungsgeschichtlicher Wert 

Die Badenerstrasse war im 18. Jahrhundert eine Staatsstrasse des Kantons Zürich. Die Kalkbreite, 1880 nach einem Ackerfeld benannt, in dem sich Kalksteine befanden, die gebrannt wurden, folgte einem vorhandenen Flurweg. 

Der heute mit «Kalkbreitestrasse 2» adressierte «Rosengarten» war ursprünglich auf die Badenerstrasse ausgerichtet und wurde von dieser her betreten; die Adresse war «Badenerstrasse 163». Der «Rosengarten» ist heute Zeuge der siedlungsgeschichtlichen Entwicklung der bis 1893 selbständigen Gemeinden Wiedikon und Aussersihl. Erbaut 1841 als Wohnhaus eines Gewerbetreibenden Gerbers, beherbergte seit mindestens 1885 die Landstrassenwirtschaft «Zum Rosengarten». Er ist ein Indiz der Verstädterung dieser ehemaligen Landgemeinden seit dem frühen 19. Jahrhundert. 

Typologie

Der «Rosengarten» ist ein verputzter Fachwerkbau über massivem Sockel. Die einen «städtischen» Steinbau vortäuschende ökonomische Holzbauweise belegt die Übergangssituation vom Bauernhaus zum Wohnhaus in den stadtnahen Gemeinden. Ein Vorgang, der in den 1820er Jahren einsetzte.

Das abgebrochene Handwerkerhaus war ein Massivbau mit grossen Südfenstern im Erdgeschoss für Werkstatt und Laden (seit mind. 1888 gehörte es einem Bäcker) und einer bescheidenen Wohnung im Dachgeschoss, die über die Holzlaube mit einer Aussentreppe erschlossen wurde.

Das gewachsene Bauensemble demonstrierte nicht nur sozialhistorisch die Bandbreite von Wohn- und Arbeitsformen von Gewerbetreibenden (Gerber, Bäcker, Zimmermann, Schlosser), sondern gab Zeugnis von neuen vorstädtischen Typenbildungen zwischen Bauernhaus und Bürgervilla.

Dem «Rosengarten» kommt aufgrund seiner Bekanntheit als lokales Wahrzeichen - er war ehemals ein «weitherum berühmtes Konzert- und Speise-Restaurant» - ein Symbolwert für die örtliche Identitätsbildung zu. In der von Heterogenität geprägten Umgebung sticht der «Rosengarten» als Kopfbau an der Kreuzung von Kalkbreite- und Badenerstrasse durch seine altertümliche Relikthaftigkeit ins Auge. Er ist ein Stück gebaute Zürcher Geschichte.

Die Angaben basieren auf einer Zusammenfassung einer vom Amt für Städtebau verfassten Studie.

Liste ehemaliger Besitzer, Pächter und Betreiber (pdf, 127 kb)

Historische Luftaufnahme Badenerstrasse