Genossenschaft Karthago
Die Genossenschaft Karthago wurde 1991 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Mitgliedern umweltgerechtes, selbstverwaltetes und preiswertes Wohnen in Grosshaushalten zu ermöglichen.
Mitte der 80er-Jahre hat sich eine „Gruppe Karthago am Stauffacher“ gebildet und erste Ideen des gemeinschaftlichen Lebens in Grosshaushalten entwickelt. Sie stiess damit in der Öffentlichkeit auf ein positives Echo.
Anlass zur Gründung der Genossenschaft Karthago war ein Angebot der Stadtbehörden auf einem Grundstück in Altstetten im Baurecht einen ersten Grosshaushalt zu planen. Aufgrund eines Behördenreferendums gegen den Baurechtsvertrag scheiterte das Karthagoprojekt 1994 an der Volksabstimmung.
Bereits 1995 konnte die Genossenschaft aber an der Zentralstrasse 150 aus privaten Händen ein ehemaliges Büro- und Gewerbegebäude erwerben und ihre Ideen realisieren. Nach einer Zwischenvermietung zur konkreten Planung des Umbaus, konnte das Haus am 1. Juli 1997 bezogen werden.
Bereits in den Folgejahren beschäftigte sich die Genossenschaft mit neuen Projekten. Sie hat sich einerseits um Liegenschaften in der näheren Umgebung bemüht, die zum Verkauf standen, andererseits hat sie sich an einer Ausschreibung des Areals Rütihof der Stadt Zürich beteiligt. Bereits bei der Bewerbung für das Areal Rütihof stütze sich die Genossenschaft Karthago auf das Netzwerk befreundeter Genossenschaften wie der Genossenschaft Dreieck.
Im Grosshaushalt an der Zentralstrasse 150 der Genossenschaft Karthago leben heute 40 Erwachsene und 15 Kinder und Jugendliche in Wohngemeinschaften. Das Spezielle am Konzept ist der gemeinsame Essraum im Erdgeschoss. Eine professionelle Köchin bereitet hier für die BewohnerInnen jeden Werktagabend ein Essen zu. Dieser Service und weitere gemeinsame Infrastrukturen sind im Mietpreis enthalten.
Karthago versteht sich als Teil einer jungen Bewegung, die sich für Freiräume, günstigen Wohnraum und neue Lebensformen in der Stadt einsetzt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Konzept von Karthago bewährt. Die Genossenschaft Karthago hat sich auch immer für die Durchmischung von Wohnen und Arbeiten eingesetzt. So wird unser Nachbarhaus, die Geschäftsliegenschaft Zentralstrasse 156 in 8003 Zürich, von unserer Verwaltung bewirtschaftet (1996; Konzept für Umnutzung: Kleinbetriebe, KMUs, Bürogemeinschaften, Quartierbar 'Lula').
Ebenfalls aus dem Umfeld der Genossenschaft Karthago entstanden Projekte wie 'Zürichparis' an der Hardturmstrasse 66 und 68 in 8005 Zürich (2000; Konzept für Umnutzung: Wohnlofts, Ateliers, KMUs, 'sphères' Bar Buch und Bühne) und der 'Supertanker' an der Binzstrasse 23 in 8045 Zürich (2005; Konzept für Umnutzung: KMUs der Branchen Mode, Grafik, Architektur, Kunst, Journalismus, Lebensmittelhandel etc.). Diese Gewerbeflächen sind stets voll vermietet.



