Genossenschaft Dreieck
Nach zehnjähriger Auseinandersetzung zum Ziel
Die 1996 gegründete Genossenschaft Dreieck im Kreis Vier in Zürich entstand auf dem Fundament einer Bewohnerinnenbewegung, welche sich ab Mitte der Achtziger Jahre für die sozialverträgliche, preisgünstige und ökologische Erneuerung der Hofrandbebauung zwischen der Anker-, Zweier- und der Gartenhofstrasse einsetzte.
Im Hinblick auf den Bau von Expressstrasssen durch die innerstädtischen Quartiere kaufte die Stadtverwaltung ab den 1950-er Jahren die 17 Wohn- und Geschäftshäuser auf. 1979 wurde das Verkehrsprojekt vom Stimmvolk abgelehnt. Einige Jahre später erwog die Stadtverwaltung, den grössten Teil der Gebäude abzubrechen und durch Neubauten für ein mittelständisches Publikum zu ersetzten.
In einer zehnjährigen Auseinandersetzung, welche die Bewohnerinnen mittels soziokulturellen Aktionen, politischen Vorstössen, einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit und einem präzisen Erneuerungsprojekt führten, gelang es, einen Baurechtsvertrag mit der Stadt Zürich auszuhandeln und die Liegenschaften in Selbstverwaltung zu übernehmen.
Von 1996 bis 2004 wurden in mehreren Etappen 14 Häuser einfach und preisgünstig erneuert, zwei Häuser neu gebaut und die Innenhöfe zu attraktiven Begegnungsräumen aufgewertet. Heute leben in den 61 Wohnungen rund 150 Menschen und arbeiten in den 28 Gewerbeobjekten rund 50 Personen.
Die Mischung von Wohnen und Arbeiten zu möglichst günstigen Konditionen war wichtiger Bestandteil des partizipativen Projekts und führte zu einem vielfältigen und lebendigen Stück Stadt. Das Bekenntnis zu einem urbanen Lebensraum und die kleinteiligen Nutzungen, welche sich sowohl an die Bewohnerinnen als auch an die Quartierbevölkerung richten, halfen mit, den seit den 1970-er Jahren etwas ramponierten Kreis Vier aufzuwerten und seine Attraktivität zu erhöhen.
Die von rund 250 Mitgliedern getragene Genossenschaft Dreieck bewirtschaftet heute erfolgreich und praktisch ohne Leerstand einen Wohnungs- und Gewerbebestand mit einem Anlagenwert von rund 20 Millionen Franken.
Das Dreieck wäre ohne die Hilfe von wohlwollenden Einzelpersonen, Körperschaften, PolitikerInnnen und der Stadtverwaltung nicht möglich gewesen und möchte deshalb neue Projekte unterstützen, welche sich eine sozialverträgliche, städtebaulich wertvolle und von der Bevölkerung getragene Quartierentwicklung zum Ziel gemacht haben. Diese Absicht ist statuarisch festgehalten und wurde durch die Generalversammlung und Umfragen unter den Mitgliedern bestätigt.
Die Genossenschaft Dreieck möchte durch die Beteiligung an der Genossenschaft Kalkbreite das konkrete Projekt mit dem Potential für eine innovative und quartierstärkende Wohn- und Gewerbesiedlung unterstützen. Mit dem Einbringen der in der eigenen Genossenschaft gemachten Erfahrungen und Kompetenzen und finanziellen Ressourcen soll eine für das Quartier und seine Bewohnerinnen positive Stadtentwicklung vorangetrieben werden.
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