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Temporärer Garten Kalkbreite

Temporärer Garten Kalkbreite

BILDERGALERIE ZUM TEMPORÄREN GARTEN 2009/2010!

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Geschichte 1970 bis 2005

Historische Trams Kalkbreite s/w

Tramabstellanlage Kalkbreite um 1940 (Quelle)

Eine alte Idee kommt dank gutem Timing, hartnäckigem Einsatz und einem mutigen Entscheid endlich durch.

Seit 30 Jahren schon besteht im Quartier die Vision, auf dem Kalkbreite-Areal günstigen Wohn- und Gewerberaum zu schaffen. Die jüngere Geschichte des Areals ist geprägt vom Ringen mit den VBZ und dem Stadtrat, die beide eine andere Nutzung bevorzugt hätten: einen Ausbau der Gleisanlage und Büros.

Nach dem Abbruch des ursprünglichen Tramdepots und verschiedener Wohnhäuser an der Badenerstrasse verkam die Kalkbreite zu einer innerstädtischen Brache, die lediglich noch als Tram- und Autoabstellplatz genutzt wird.

Volksinitiative von 1976

Die Idee von genossenschaftlichem Wohnungsbau auf dem Kalkbreite-Areal taucht erstmals in den durch Wohnungsnot geprägten Siebzigerjahren auf und wird in einer 1978 vom Gemeinderat angenommenen SP-VolksintiativePDF dem Stadtrat unterbreitet. Die Initiaive verlangte, dass das Areal, sobald es von den VBZ nicht mehr benötigt würde, dem kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werde. Doch da die VBZ aus wirtschaftlichen Gründen das Areal nicht aufgeben wollten, konnte auch die Forderung nicht umgesetzt werden.

Idee der Doppelnutzung zeichnet sich als Lösung ab

Erst rund 20 Jahre später wird erstmals eine Doppelnutzung des Areals in Betracht gezogen, die neben der VBZ-Anlage eine weitere Nutzung ermöglicht hätte. Die Pläne in der vom Amt für Städtebau 1999 in Auftrag gebenen Machbarkeitsstudie gehen dabei auch vom Abbruch der Gebäue an der Kalkbreitestrasse 4 und des Restaurants Rosengarten aus. Ebenfalls wird erstmals eine Überdeckelung der Gleisanlagen als Variante vorgesehen. Der Stadtrat scheint eine Nutzung als Büroüberbauung zu favorisieren. Das Areal wird umgezont und der obligatorische Wohnanteil damit auf
60 Prozent reduziert. Es könnten nun auch Hochhäuser gebaut werden.

Rekurs gegen VBZ-Pläne

2002 soll es plötzlich schnell gehen – und einigen ging es etwas zu schnell. Der Stadtrat beschliesst die Erneuerung der Abstellanlage der VBZ mittels eines beschleunigten Plangenehmigungsverfahrens, damit ab Sommer 2003 gebaut werden kann. Dagegen legt ein Nachbar Rekurs ein; mit der Begründung, dass es sich nicht bloss um eine lokale Anpassung der Geleiseanlagen, sondern um einen deutlichen Eingriff mit städtebaulich weit reichenden Auswirkungen handle. Dem Wohnungsbau wären danach eventuell harte Fakten aus Stahl und Beton im Weg gestanden. Dem Rekurs wird 2004 stattgegeben (vpd.admin http). Die VBZ müssen den ordentlichen Weg beschreiten, was die Erneuerung verzögert.

Restaurant Rosengarten, Zürich 1929

Restaurant Rosengarten 1939

Motion frischt Volksbegehren auf

2003 fordert eine Motion der Räte Seliner (SP-4) und Schönbächler (CVP-5)http erneut die Erstellung von kommunalen, allenfalls gemeinnützigen Wohn- und Gewerbebauten, die den Bedürfnissen des Quartiers entsprechen. Der Stadtrat gibt sich in seiner Antwort immer noch wenig begeistert. Seine Pläne für eine Büroüberbauung rechtfertigt er damit, dass eine Gleisüberdeckung zu kostspielig und die Verkehrsemissionen für eine Wohnüberbauung zu hoch wären. Doch der Gemeinderat stimmt dessenungeachtet der Motion zu. Und beauftragt damit den Stadtrat, bis im August 2005 eine Vorlage zu unterbreiten, um über oder neben den projektierten Tramgeleisen – im Sinne einer wirtschaftlichen Doppelnutzung – kommunale, allenfalls gemeinnützige Wohn- und Gewerbebauten zu erstellen.

Besetzerkultur und Denkmalschutz

Als im Januar 2004 die Kulturbesetzung Ego-City geräumt wird, zieht ein Teil der Bewohner kurzerhand mitsamt Soundsystem in das ehemalige Betriebsgebäude der VBZ an der Kalkbreitestrasse 4 um und schafft dort einen neuen nicht-kommerziellen Kulturraum.

Das nebenstehende Restaurant Rosengarten, ein 165 Jahre altes Handwerkerhaus, das im März 2003 aus dem Städtischen Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte entlassen wurde, wird im März 2004 durch eine Beschwerde der Zürcherischen Vereinigung für Heimatschutz und einen entsprechenden Entscheid des Verwaltungsgerichts wieder unter Denkmalschutz gestellt und vor dem drohenden Abriss bewahrt. Das Haus wird bis Ende 2008 für 2,8 Millionen Franken renoviert. Anstelle der abzubrechenden Annexbauten soll mit einfachen Mitteln eine öffentlich nutzbare Grünfläche erstellt werden.

Bank: Bitte besetzen. Schräg

Bank-Installation vor der besetzten "Kalchi" 2008

Verzögerung der VBZ-Pläne zur Baukoordination

Ende September 2005 reichen die VBZ auf dem ordentlichen Weg überarbeitete Pläne für die Erneuerung ihrer Abstellanlage ein (die Ausschreibung des Bauvorhabens erfolgt im April 2006). Sie beinhalten nun zwar auch die Fundamente für eine allfällige Überdeckelung, sehen aber auch vor, das ganze Areal mit Gleisanlagen zu überziehen und einzuzäunen. Gerade noch ein Streifen für ein langgezogenes Gebäude entlang der Badenerstrasse, zum Beispiel einen Büroriegel, wie er dem Stadtrat vorschwebt, wird dabei frei gelassen. Geplant ist, dass 2008 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Der Nachbar reicht dagegen erneut Beschwerde ein, mit dem Ziel, dass die Bauarbeiten der VBZ mit der in der Motion geplanten Wohn- und Gewerbeüberbauung koordiniert werden könnten. Diese Beschwerde wird zwar abgelehnt, doch das Ziel der Verzögerung wird erreicht.

Fristerstreckung wegen Unklarheiten

Im Oktober 2005 beantragt der Stadtrat beim Gemeinderat erfolgreich eine Fristerstreckung um 6 Monate zur Erfüllung der Motion von 2003 und damit der Vorlage für einen Projektierungskredit, da zu viele Punkte noch offen seien – insbesondere die Klärung denkmalpflegerischer Voraussetzungen.